Nocebo – Lyrik

no©opyright – Die Gedanken sind frei

Monat: Januar, 2016

Contraganda

Veinsamte Ursachen, gefördertes Scheitern,
wir wollten unseren Horizont erweitern,
doch sind Oberflächligkeitsexperten geworden,
der erste Mensch ist nie gestorben.

Die Auseinandersetzung:
Ich bin gut, alle Anderen böse,
die mir nicht das Wasser reichen,
obwohl es bis zum Hals steht.

Die Zeit verändert den Kalender,
Sterbehilfe für Organspender,
oder der Morgen nach der Partynacht,
die Möglichkeit zur Tat bestätigt den Verdacht.

Es ist die Wahrheit der Meinung,
das Richtig der Soldaten,
die Speisung durch dümmlichste Fragen,
dressiert und abgerichtet,
wird vernichtet und ausgeschlossen,
wer schweigt oder Schweigen fordert,
die Identität gilt es zu sein,
das Hausschwein zu Hausschwein,
das Wilde zu den Wilden.

Werbeanzeigen

Listen and repeat

Das Ergebnis ist der Weg,
wie die Verpackung der Inhalt,
ich will meine Erwartungen
und nicht dich.

Wie bin ich der, der gewollt ist,
wäre ich Troja hätte ich ein Pferd,
wie Flugzeuge im Bauch,
Windmühle oder Don Quichotte?

Der Charakter ist ein Werbespot,
ein Versprechen der Täuschung,
bitte, bitte enttäusche dich,
und nicht mich.

Bequem hier.
Ich wiederhole mich nur ungern,
Ich wiederhole mich nur ungern,
Ich wiederhole mich nur ungern.

Beerdigung

Den Nagel auf den Kopf getroffen,
treibt ihn tief in den Sarg
und vollendet die Tortur
für den Bestatter.

Das Herzpochen und hoffen
der letzten Atemzüge im Sarg.
Erinnere dich an das Licht im Flur
und das Gänse geschnatter.

Totgeglaubt und wundgelegen,
wie das Vertrauen in Verträgen,
Gelegenheit macht nichts
von selbst, doch Geld arbeitet für Geld.

Die Ohren längst taub,
die Augen blind,
die Nase geruchlos,
und Haut wie Schuhsohlen,
schreit es bei totem Laib,
der Geist ist frei.

Lächelich

Zu viel von zu wenig,
äh zu wenig von zu viel,
egal wie für immer und ewig,
der Weg ohne Ziel.

Zu zweit vereinsamen,
gemeinsam allein,
verschütteter reiner Wein,
halte aus oder ein!

Den Vorwurf ausgezogen,
glätte die Wogen,
bevor sie in die Tiefe reißen,
in die Tiefseestille.

Hokus Pokus,
aus dem Fokus, Unbewusstsein,
in den Instinkt,
ein Foto macht kein Lächeln.

Motto

Menschlich allzu menschlich
sind deine Schöpfungen,
weil du nicht zu leben weißt,
hast du Angst vorm Sterben.

Gott ist tot, Nietzsche ist tot,
Shakespeare, Sein oder nicht sein.
Ich denke also bin ich,
sprach der Stein und flog davon,
weil jemand ohne Sünde ist.

Der Sinn im Sinn wie von Sinnen,
ich verstehe nichts, ich spinne,
doppelten Boden in den doppelten Boden,
immer ins Licht, Lebensmotto der Motte.

The bad artists imitate. The great artists steal – Banksy

Kopiert und eingefügt,
einen guten Text kann ich mir abschreiben:

Du hast dein Wurmloch gefunden,
du Sturkopf bis spurlos verschwunden,
nur noch die Wunden, sobald sie verheilt sind,
ist alles beim Alten.

Tag 1: Brutkasten, sie mutmaßten
welches Erbe er antreten werde, in welche Fußstapfen,
manchmal in zu Große, unser Profil, unsere Schuhsohle,
Fußabdrücke, Blutergüsse statt Schulabschlüsse.
Straßen, Oasen, Wüsten, Ufer und Flüsse,
wie die Flut an der Küste,
die nach der Ebbe die Spuren dann verwischt.

Jede Spur schreibt nur dann Geschichte,
wenn sie bestehen bleibt, von Geburt an verpflichtet,
und nie vom Kurs abgewichen, denn der Schuh passt,
und es geht schnurstracks in Richtung Grenze.

Die Forensiker sind endlich da,
weißt du noch als scheitern menschlich war?
Wir fassen uns an den Händen und Fuß,
auch wenn sie dich auf dem Falschen erwischen,
die alten Geschichten sind Mythen,
wir halten uns nicht auf den Füßen,
aber sie für Wahr.

Alle fischen im Trüben, er fischt nur Nieten,
der ihm gebührende Hohn, denn auch alle Wege führen nach Rom,
Alle Spuren sind verwischt, wurden vernichtet,
wie Ungeziefer behandelt, einfach niedergetrampelt.
Wie man das anstellt? Mit Fingerabrücken,
Ich hinterlass Lücken, keine Spuren,
ich hinterlasse nur ein Haufen Lücken,
wie sie Kratzspuren auf dem Rücken, das waren Spuren.

Wir waren noch jung, nicht wie Kalkablagerungen auf Armaturen,
Ich trage Narben und die Armbanduhr,
von einem Menschen der mich vor Kurzem verließ,
doch er bleibt, weil er ohne Zweifel Spuren hinterließ,
auch ohne Eifelturm in Paris, den Schwur und den Bann brechen,
vier Handflächen, die das Gedränge stets trennen wird,
Schneeengel, du darfst deine Spuren nicht in den Sand setzen,
niemals.
– Muso

Was lange weilt…

Ich bin besser, Qualitäter,
du gehörst zu mir, Identitäter,
Gemeinsam schaffen wir alles, Quantitäter,
raus aus der Opferrolle.

Wir spielen, wie wir uns wahrnehmen,
lass dich nicht aus der Rolle fallen,
und wisse was du vorgeben darfst,
dein Ich ist ungefragt.

Du bist frei von Verantwortung und dir,
du bist etwas zwischen Maschine und Tier.
Ich bin gleich. Ich bin gleich. Ich bin gleich,
gelangweilt.

optimal Geschmacksneutral

Zertrümmerter Schädel,
Worte stecken noch im Knebel,
immer dichter als Denker ist Nebel,
Gefühle sind ungesund,
oder auch nur die Andeutung.

Der Kopffick ohne Orgasmus,
die Entscheidung ohne Verlust,
weder Geschmack noch frei,
nur die enttäuschte Wahrheit bleibt.

Zerknirschte Zähne, blutendes Zahnfleisch,
die Augen finden keinen halt,
und die Hände einen Hals –
reich dem hungrigen Hund einen Gummiknochen mit Salz.

Unter tausend Fremden
ein Fremder sein,
und jeder kennt den anderen besser
als sich selbst.

in vino veritas

Stille Wasser sind tief,
ich trinke stille Wasser.
Das schöne Geschlecht ist weiblich,
ich zeuge schöne Geschlechter,
das Vorurteil ist mein.

Stille Wasser sind tief, Aquarium,
für alles zu haben, aber für nichts zu gebrauchen, Factotum.
Das Bedürfnis befriedigen ist die oberste Pflicht,
ich habe doch alles, was du willst, richtig gemacht,
und du bist immer noch unbefriedigt.

Entwicklung ist Anpassung, Evolution.
Vorsprung haben oder auf dem Vorsprung stehen
und die Aussicht genießen,
stille Wasser können nicht fließen.

Oberflächlichkeitsspannungen
nutzen um nicht zu ertrinken.
Über stille Wasser laufen,
als in die Tiefe tauchen.

Funktionsfähigkeit

Du bist nicht was du tust,
nur für den Versuch erwartet zu sein,
für jemanden der versteht wie du bist,
wenn du nicht bist, wie du sein kannst.

Das Sein erlaubt alles,
nur der Mensch nicht
und verspricht Belohnung
für das künstliche Dasein.

Das Manipulieren von Enttäuschungen,
das Danach ist schlecht,
das Davor ist Sehnsucht,
das Mittendrin ist echt.