Nocebo – Lyrik

no©opyright – Die Gedanken sind frei

Monat: Juli, 2015

Genius a la carte

Menschlich allzu menschlich,
lieber Perle vor den Säuen,
als Sau unter Perlen,
oder natürlich als zivilisiert.

Weder Tat noch Wort
unschuldig vergossen,
wie das Geschenk
wieder gut gemacht wird.

Wie es bestimmt ist,
fordert es.
Wie es unbestimmt
einfach passiert,
wie geniert.

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Saatgeschlecht

Taktvoll

Ignorante Zeit.
Vergeht im ewig gleichen Tempo,
tätowierte Ereignisse wie in Memento.
Erfahrungen trüben Hoffnungen,
Erwartungen klären Erinnerungen auf
den Schwingen der Zeit,
ist sie es selbst die niemals verweilt.

Gemessen in Sekunden,
richtungweisende Stunden,
Pünktlichkeit,
vermessene Menschlichkeit,
gestern war hier und Jetzt, Vergangenheit,
morgen da und dort, Unwirklichkeit
nahe der Zukunft.

Teilnahmsloses Tick und Tack,
im Rhythmus eines endlosen Schach Matt,
die kopfinterne Leuchte läuft auf 80 Watt.
Energiesparlampen der Existenzen,
wenn Verbotenes Spaß macht,
sollte es wohl verboten werden, denken.
Wahnsinnswitz,
wie über Hautfarben hinaus lenken,
und dafür -schwarz, weiß- Dumme ausgrenzen,
Genies hofieren,
die meine eigene Dummheit dinieren.

Wir wollten doch die Liebe revolutionieren,
ohne uns an vorzeitlichen Erkenntnissen zu inspirieren,
von Predigern der Geschlechter
Selbstbewusstsein der Unterschiede diktieren,
zweisames Ich sein und dann doch onanieren.

Gleichgültigkeit liegt nur in der Zeit,
Jahr um Jahr durch Grenzen individuell,
grenzenlose Einheit,
wenn ihr alle wie ich seid.

Ich mach was ich will,
gleiches Recht für Alle,
du mach was ich will.

Import

Indogermane, ein echter Arier,
Wurzeln im Nahen Osten,
braun gebrannt wie ein Spanier,
Knowledge straight outta Boston,
der nächste Witz geht auf deine Kosten,
denn du bist das Beste aus beiden Welten
Ladyboy!

Thailändisches Boytoy.
Exportschlager Frauen.
Menschenhandel war doch mal strafbar,
doch für die gekaufte Liebe über Grenzen gehen,
um nie wieder bei Prostituierten anzustehen.

Es ist die wahre Ersatzliebe, es sei dir vergeben,
für deinen facebookialischen Status,
und dem ewigen Vaginaverdruss,
ist es doch ein Hochgenuss,
das sie mit dir ins Bett muss,
wann du willst.

Ich heirate meine rechte Hand
die sieht wenigstens gut aus im Hochzeitsgewand.

Hamsterrad

Armut ist relativ, ich fühle mich nicht reich,
wenn ich hungernde Kinder sehe,
verlier ich mich in Selbstmitleid,
denn wenigstens waren sie im Fernsehen.

Urlaub ist wie zehn Minuten zu den Reichen gehören,
denn hier muss das Personal auf mich hören,
mir den Kopf in den Arsch schieben,
ich könnte mich in dieses Leben verlieben.

Mach was ich will, damit ich mach was du willst,
den kleinen Finger gereicht für einen Daumen hoch,
die Karriereleiter ist ein Hamsterrad,
sei wie gewollt ist ein guter Rat auf dem Tugendpfad
im Hamsterrad.

Verantwortungsvoll nehme ich Schuld auf mich,
denn ich kann nur Schuld sein, wenn du für mich sprichst,
denkst, handelst, durch meine Hand,
gibt der Klügere nach und denkt er hätte Verstand.

festliche Welt

Drei Stunden Al Jazeera geguckt,
und immer noch kein Arabisch können,
aber das geschulte Ohr,
offenbart nur Drohungen gegenüber der west- äh
festlichen Welt.

Bilder sehen mit Kindern drauf,
die Arm in Arm in arm irgendwo inner Steppe stehn,
freundlicherweise drüber geschrieben,
„Freundschaft ist keine Frage der Hautfarbe!“
damit auch jeder erkennt,
das eine ist ja- weiß.

Niveau sieht nur von unten wie Arroganz aus,
denkt sich Gott jeden Tag, mindestens zwei Mal.
Es sieht auch von oben wie Arroganz aus,
denkt sich der Atheist, wenn er dem Papst sein Ohr leiht.

Alles ist Kategorisiert in Extremen,
die sich extrem Überdrehen,
sobald die neue Staffel anfängt.
die neue Freundin gefunden.
der neue Beruf ergriffen.
und doch alles beim alten geblieben ist.

Gedanken sind Geiseln,
der Terroristen Moral, Tugend und Ehre.
Sie unterhalten sich gegenseitig,
während das Lächeln sie in den Schranken hält.
Für jedes Geld der Welt,
wird ein Gedanke erschossen,
der sich in Revolution ein Heim schaffen wollte.

Eden

Die Schlange verführt dich von der Erkenntnis zu kosten,
doch es wird dich das Paradies kosten,
und du wirst dein Leben der Rückkehr in den Garten Eden verpflichten,
anstatt dich nach der Erkenntnis zu richten.
Galoppierende Ungleichgültigkeit im Rücken der Apokalypse.

Das Sein ist ein Meer und ich spiele immer noch in der Pfütze,
Gutes ist nur an Gottes Rockzipfel zu finden,
wenn du ihm vertraust mit der Augenbinde,
gelinde prophezeit bist du nur auf Probezeit,
wandelnd gen Grab, karger Sarg,
keine Grabbeigaben, als würde die Ewigkeit nachgeben,
zum gelobten zweiten Leben aufzuerstehen,
in dem keine Fahnen wehen,
denn dort herrscht absolute Gut sein Gleichheit,
und friedfertige Ressourcenunverbrauchbarkeit.
Der Eintritt kostet deine Freiheit,
wie wenn du niemals ungemacht vor die Tür gehst.

Stehend, fragend unter dem Apfelbaum.
Erkenntnis droht mit dem Verweis über den Zaun,
kann ich der Schlange vertrauen,
wenn sie mir bietet um was ich bitte, Wissen.
Der Apfel fällt in meine Hand,
zwischen Paradies und Realität zerrissen,
ich hab kein Gewissen, wenn ich hier alles haben kann,
außer einen Apfel.
Verzicht, die Schlange beißt mir ins Gesicht
und frisst mich mit Haut und Haaren,
dabei wollt ich mich nur mit Eva paaren.

Absolutes dem Größeren gefallen,
Liebe, Schicksal, Zufall, Karma, Gott,
Karriere, Erfolg, Zuspruch,
schuldiger Freispruch.
Ich bin Grenouille, denn ich habe keinen Eigengeruch.
Ewiges Talent, gesegnet und verflucht,
während ich nur Gutes tu, tut ihr mir
weh, verwelktes vierblättriges Klee-
Blatt um Blatt in den Ruin,
du ungeschliffener Diamant,
ich bin dein Ruin.
Auf Knien, flehend, betend
gen geheiligtes Ja,
Hochzeitstag jedes Schaltjahr,
gläubige Verbindung zu einem Narr.

Das Mädchen im Regen

So vermag ihr der Regen,
-der ihr Haar durchnässt-
mehr Gefühl und Leben zu geben,
als dass ich ihr Antlitz in Glück versetz.

Glücklicher Regen frohlockt ihr Haar.
Aufgebrachter Wind tanzt mit ihr.
Eingefangen von Ihrem Sein,
bin ich ganz und gar.
Wohl wissend, Begierde ist nur mit mir.

Trauriges Glück, für diesen Moment,
und ihr Haar froh-lockt,
bleibt mir nur der Gedanke,
an einen Kuss auf ihre Lider.

Kleider und Mieder aufgehängt,
schnell ist es verdrängt,
um nicht in Realitäten zu häng`
die niemand kennt.

Chancentod

Plötzlich hat man keine Chance mehr,
und drückt sich am Schopfe ziehend
immer tiefer hinein.
Til Eulenspiegel ist kein Lügner.

Verdrehte Welt in den Köpfen,
so könnten wir alles tun,
doch nichts wiegt schwerer als das Leben-
in dem man alles riskiert hat.

Die wenigen Gewinner,
und die Sicherheit es versucht zu haben,
macht des Lebens müde.
Irgendwann hat man keine Chance mehr.
Nutze Sie.

Bitte ohne Danke

Ich bitte dich, nur das Schlechte in mir zu sehen,
denn dann kannst du mich vielleicht verstehen,
doch dann willst du sicherlich nicht mehr mit mir gehen,
ist auch so ok, dann kann ich weiter durchdrehen,
und mir wieder selbst im Weg stehen.

Also, ich guck dir lieber auf die Titten,
denn deine Augen lassen zu tief blicken,
von Träumen und Wünschen, die ich nicht erfüllen kann,
von Zurückweisung und Verzweiflung, das ich nur auffüllen kann.

Noch lieber schau ich dir auf den Arsch,
denn gleich und gleich gesellt sich gern, Arsch zu Arsch,
lieber reiß ich dreckige Witze über dich,
als nur ein wahres Wort von mir über dich!