Nocebo – Lyrik

no©opyright – Die Gedanken sind frei

Apfelbaum

Die Essenz der Konsequenz,

die Möglichkeiten in voller Pracht,

ich erreiche den Apfel nicht,

drum fälle ich den Baum.

Übung in Geduld und Verzicht,

was für ein blödes Gedicht.

Ich habe die Wahl

und entscheide mich nicht.

Verliebt, beliebt, geliebt,

da gibt es keinen Unterschied,

wie zwischen dir und ihr,

ich gewinne immer,

Danke Glückskekspapier.

Advertisements

Sellfisch

Der Konsumentenschutz ist informiert,

Liebe ist nicht garantiert.

Der Kosten-Nutzen-Faktor ist erreicht,

ich bin so alt,

doch mein Körper auf 20 geeicht.

Ich bestimme mich selbst

durch Erfolge meines Schrittzählers,

was ich für Bare Münze nehme ist Geld.

Gestern noch Erstwähler,

heute immernoch,

ich kann nicht älter werden,

nur als Jünger sterben.

in der Schule

Doch ich bin sitzen geblieben,

ich wollte lernen mich zu verbieten,

sie sind in die Pause gegangen,

haben sich in den Haaren aufgefangen,

doch ich bin sitzen geblieben,

bis sich die Damen verliebten

in den anständigen Schwiegersohn,

Spott und Hohn, gebührender Lohn,

denn ich bin sitzen geblieben,

sie haben dich vertrieben,

oder weiter entwickelt,

wie schön in einem grauen Kittel,

putzt du das Klo

und ich bin sitzen geblieben,

warum sind wir so verschieden,

du in Scheiße getreten,

und ich sitzen geblieben.

delegierter Orgasmus

Das Beobachtete bestimmt Wahrheit,

das Bewiesene bestimmt Vernunft,

das Liebende bestimmt sich selbst zum höchsten Richter.

Liebe deinen Nächsten,

wie dich selbst,

doch Liebe dich nicht selbst.

Wissen um das Nicht-Wissen,

wie um das Nicht-Wollen,

aber nicht um das Gewollte.

Ja zu allem, Nein zu Nichts,

ich verantworte die Delegation von Glück.

Das gestellte Bein

Wie konntest du mir nur verzeihen,
muss ich mich jetzt wieder einreihen?
Schlange stehen oder Schlange sein,
wem gehört das gestellte Bein?

Wie du wieder tust, als tut sich nichts
zwischen in die Lippe beißen und Ohrfeigen,
esse ich ein kaltes Gericht, du bist allein.

Keine Verantwortung über mich selbst,
ich bin frei, sei frei,
keine Verantwortung für mich.

Gegen-, mit-, für-, aneinander vorbei,
der letzte Schrei wird geschrien.
Wir sind verschieden und wollten eins sein,
Danke Erwartung für das gestellte Bein.

Vom Saulus zum Judas

Bevor ich meinen Verstand verliere,

werde ich verrückt,

und gebe die Erfindung des Feuers zurück,

oder verkaufe meine Niere.

 

Endlich bin ich, wie ich nie sein wollte,

eine Nadel im Nadelhaufen,

und kann wie ich sollte,

immer schneller einkaufen.

 

 Die Welt gehört mir.

Teile und Herrsche

Der Regenbogen im Zoo,

die Meerjungfrau im Goldfischglas,

das Wildpferd in der Koppel,

der Voyeur im Glashaus.

 

Das Ich im Smartphone,

die Maske im Darkroom,

die Anonymität im Internet,

die Illusion von Leben.

 

Die Welt gehört dir.

Rabenschwarz Treu

Der treuesten Treue Treueschwur,

verzeih mir, du holde Wiedergeburt.

Bin ich, groß an Worten,

so auch in Taten, die Sterne

holen, als bei dir.

Lass frei, bis zur Wiederkehr,

als das du frei bist,

der Rabenruf: nimmermehr.

Liebe

Misstrau mir, Vertrag mich,die verdiente Liebe.

Vergebe mir und vergesse dich,

die bedingungslose Liebe.
Verliebt auf den ersten Blick,

Oberflächenspannung.

Beliebt auf den ersten Klick,

kurzweilig.
Bis zum Äußersten,

um geliebt zu werden.

Ins Innerste,

um dir Nah zu sein.

Phönix

Die Asche fängt Feuer,
der Phönix breitet seine Schwingen,weil ich geworden bin,

ohne Antwort oder Sinn.
Feuer hinterlässt Asche,

der Phönix steigt wieder ab.

Ich bin mir selbst der Nächste,

weil ich nur mich lieben darf.
An die Spitze,

immer voran,

ich treibe euch,

weil mich keiner halten kann.
Ewige Selbstverbesserung,

spricht in falschen Zungen,

du bist nicht genug,

doch versuch’s.