Nocebo – Lyrik

no©opyright – Die Gedanken sind frei

Ich für mich – mit euch

Wir stellen uns nicht,
nur Profil, aber kein Gesicht.
Wir lassen sie
mit ihren Gedanken allein,
aus der Freundesliste entfernt.

Sie sind isoliert,
es gefällt – Widerspruchsfreiheit,
und wir sehen nur, was mir,
mir ganz persönlich gefällt.

Kein Platz für Diskussion,
nur für Lächerlichkeit.
Wir geben uns preis – Niveau.
Und lesen auf dem Klo
immer nur denselben Post.

Ich bin, ein Teil dieser Welt,
ich bin, isoliert in Gefallen,
Alles will mir, nur mir
gefallen.

Gefalle ich wieder?
Ich gefalle wider.
Ich bin hier, isoliert,
neben dir.
Spürst du mich oder gefalle ich dir?

Mir gefällt alles, was ich sehe,
denn ich sehe nur, was mir gefällt.
Ich bin keine Meinung, Google
und du kein geborener Rassist.

Wir sinken im selben Boot
unterschiedliche Lieder,
nur ihr Beiboot geht unter,
unter den Teppich gekehrt.

Ich bin nicht unschuldig,
ich bin kein Freund,
von einem Freund,
der sein will wie wir,
wir sind der Unterschied.

Stellen wir uns
uns selbst in den Weg
oder domestizieren wir uns weiter –
in Unternehmen, die nichts
für uns unternehmen,
obwohl sie erst, wie Gott,
durch uns entstehen.

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Das Leben ist schön

Weder Glück noch Wahrheit,

nur ein Hauch in der Zeit,

was mich bewegt und dich

vielleicht auch,

nichts was der Kosmos braucht.

Jetzt ist schon wieder vorbei,

und immer nur Jetzt,

warum so gehetzt,

bist du verletzt?

Der Mensch ohne Anziehungskraft,

auf der Suche nach Leben,

weil es hier keins gibt…

Den Gedanken in Gedanken verloren,

und wieder und wiedergeboren,

ohne Raum und Zeit,

weil’s langweilt.

Langweilig

Was lange weilt,

wird endlich Wut.

Das Feuer verbrennt das Gut

und wir laufen barfuß

über die Glut, als könnten wir

fassen was uns bewegt, Mut.

Kein Mensch ist legal

Ich bin nicht unschuldig.

Ich weiß was passiert.

Ich sehe zu und höre hin,

Ich bin mitschuldig.

Ich greife nicht ein.

Ich verantworte mich nicht.

Ich bin nicht frei.

Ich wehre mich nicht.

Ich setze mich nicht ein.

Ich bin nicht gefangen.

Ich erkenne mich nicht,

ich lenke

mich

ab.

Apfelbaum

Die Essenz der Konsequenz,

die Möglichkeiten in voller Pracht,

ich erreiche den Apfel nicht,

drum fälle ich den Baum.

Übung in Geduld und Verzicht,

was für ein blödes Gedicht.

Ich habe die Wahl

und entscheide mich nicht.

Verliebt, beliebt, geliebt,

da gibt es keinen Unterschied,

wie zwischen dir und ihr,

ich gewinne immer,

Danke Glückskekspapier.

Sellfisch

Der Konsumentenschutz ist informiert,

Liebe ist nicht garantiert.

Der Kosten-Nutzen-Faktor ist erreicht,

ich bin so alt,

doch mein Körper auf 20 geeicht.

Ich bestimme mich selbst

durch Erfolge meines Schrittzählers,

was ich für Bare Münze nehme ist Geld.

Gestern noch Erstwähler,

heute immernoch,

ich kann nicht älter werden,

nur als Jünger sterben.

in der Schule

Doch ich bin sitzen geblieben,

ich wollte lernen mich zu verbieten,

sie sind in die Pause gegangen,

haben sich in den Haaren aufgefangen,

doch ich bin sitzen geblieben,

bis sich die Damen verliebten

in den anständigen Schwiegersohn,

Spott und Hohn, gebührender Lohn,

denn ich bin sitzen geblieben,

sie haben dich vertrieben,

oder weiter entwickelt,

wie schön in einem grauen Kittel,

putzt du das Klo

und ich bin sitzen geblieben,

warum sind wir so verschieden,

du in Scheiße getreten,

und ich sitzen geblieben.

delegierter Orgasmus

Das Beobachtete bestimmt Wahrheit,

das Bewiesene bestimmt Vernunft,

das Liebende bestimmt sich selbst zum höchsten Richter.

Liebe deinen Nächsten,

wie dich selbst,

doch Liebe dich nicht selbst.

Wissen um das Nicht-Wissen,

wie um das Nicht-Wollen,

aber nicht um das Gewollte.

Ja zu allem, Nein zu Nichts,

ich verantworte die Delegation von Glück.

Das gestellte Bein

Wie konntest du mir nur verzeihen,
muss ich mich jetzt wieder einreihen?
Schlange stehen oder Schlange sein,
wem gehört das gestellte Bein?

Wie du wieder tust, als tut sich nichts
zwischen in die Lippe beißen und Ohrfeigen,
esse ich ein kaltes Gericht, du bist allein.

Keine Verantwortung über mich selbst,
ich bin frei, sei frei,
keine Verantwortung für mich.

Gegen-, mit-, für-, aneinander vorbei,
der letzte Schrei wird geschrien.
Wir sind verschieden und wollten eins sein,
Danke Erwartung für das gestellte Bein.

Vom Saulus zum Judas

Bevor ich meinen Verstand verliere,

werde ich verrückt,

und gebe die Erfindung des Feuers zurück,

oder verkaufe meine Niere.

 

Endlich bin ich, wie ich nie sein wollte,

eine Nadel im Nadelhaufen,

und kann wie ich sollte,

immer schneller einkaufen.

 

 Die Welt gehört mir.